Übersicht der Großsegler vom Deutschen Schulschiff-Verein e.V.

Die Schiffe wurden alle nur als Segelschulschiffe für die Handelsschifffahrt gebaut. Zweck war die Ausbildung des Nachwuchses für Großsegler.

Schulschiff Deutschland

  • Tonnage
    Brutto 1.257 Tonnen
    Netto 769 Tonnen
  • Länge über alles 86,2 Meter
  • Breite über alles 11,98 Meter
  • Tiefgang: 5,45 Meter
  • Masthöhen
    Fockmast 50 m
    Grossmast 52 m
    Kreuzmast 48 m
  • Takelung: Vollschiff, Rahtakelung alle 3 Masten
  • Segelfläche: 1.950 Quadratmeter
    Anzahl: 25
  • Besatzung:
    8 Offiziere, 10 Unteroffiziere, 6 Matrosen, ca. 140 Zöglinge – je nach Ausbildungsfahrt
  • Motor: keinen
  • Werft: Joh. C. Tecklenburg, Geestemünde
  • Baujahr: 1927
  • Baumaterial: Stahl
  • Heute: Liegeplatz Bremen-Vegesack

Das Schulschiff Deutschland ist das einzige, erhaltene Vollschiff und zugleich Segelschulschiff der deutschen Handelsschiffahrt. Es wurde ausschliesslich zur Ausbildung des Nachwuchses für Großsegler konstruiert und gebaut.
Hier griff man auch auf die bewährten Erfahrungen der schon 1901 gebauten “Grossherzogin Elisabeth” zurück. >>mehr lesen

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Großherzogin Elisabeth

  • Tonnage
    Brutto 1.260 Tonnen
    Netto 721 Tonnen
  • Länge über alles 78 Meter
  • Breite über alles 12 Meter
  • Tiefgang: 5,60 Meter
  • Masthöhen
    Grossmast 48 m
  • Takelung: Vollschiff, Rahtakelung alle 3 Masten
  • Segelfläche: 2060 Quadratmeter
    Anzahl: 19
  • Besatzung:
    8 Offiziere, 7 Unteroffiziere, 6 Matrosen, 30 Kadetten, ca. 150 Zöglinge – je nach Ausbildungsfahrt
  • Motor: keinen
  • Werft: Joh. C. Tecklenburg, Geestemünde
  • Baujahr: 1901
  • Baumaterial: Stahl
  • Dienstzeit: 1901 bis 1932
  • Heute: „Duchesse Anne“, Frankreich

Fünf Monate nach seiner Gründung, am 22. Mai 1900 gab der Deutsche Schulschiff-Verein das Schiff in Auftrag.
Anfang Mai 1901 wurde die von der weltbekannten deutschen Werft Joh. C. Tecklenborg in Geestemünde (Bremerhaven) gebaute “Großherzogin Elisabeth” in Dienst gestellt. Konstrukteur war der Schiffbaudirektor Georg W. Claussen, international bekannt für den Bau stählerner Großsegler. “Einer der schnittigsten Rahsegler” lobte man damals Georg W. Clausen für dieses Schiff.

1932 wurde die “Großherzogin Elisabeth”, nachdem sie viele erfolgreiche Ausbildungsfahrten absolviert hatte, vom Deutschen Schulschiff-Verein an die Deutsche Seemannsschule in Hamburg verkauft. Am Ende des Krieges schwer beschädigt, wurde sie 1946 an Frankreich übergeben. Dort erhielt sie ihren neuen Namen “Duchesse Anne”. Heute liegt das Schiff als Museumsschiff, zwischenzeitlich wieder instand gesetzt, in Dünkirchen.

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Prinzess Eitel Friedrich

  • Tonnage
    Brutto 1.566 Tonnen
    Netto 941 Tonnen
  • Länge über alles 82 Meter
  • Breite über alles 12,50 Meter
  • Tiefgang: 5,00 Meter
  • Masthöhen
    Grossmast 49 m
  • Takelung: Vollschiff, Rahtakelung alle 3 Masten
  • Segelfläche: 2100 Quadratmeter
    Anzahl: 23
  • Besatzung:
    8 Offiziere, 10 Unteroffiziere, 7 Matrosen, 17 Kadetten, ca. 150 Zöglinge – je nach Ausbildungsfahrt
  • Motor: keinen
  • Werft: Blohm & Voss, Hamburg
  • Baujahr: 1910
  • Baumaterial: Stahl
  • Dienstzeit: 1910 bis 1920
  • Heute: „Dar Pomorza“, Polen

Prinzess Eitel Friedrich ist als einziges Schiff des Deutschen Schulschiff-Vereins bei Blohm & Voss in Hamburg gebaut worden. Die Hamburger waren 24.000 Mark günstiger als die Werft Tecklenborg, Geestemünde. Für 520.000 Mark insgesamt, erhielt Blohm & Voss den Auftrag.

Nach dem Stapellauf am 28. September 1909 wurde die “Prinzess Eitel Friedrich” am 6. April 1910 in Hamburg in Dienst gestellt. Die erste Sommerreise führte in die Nord- und Ostsee, die nachfolgende Winter- Ausbildungsfahrt in die Karibik. Nach 114 Seetagen, 58 Hafentagen und einer Distanz von 11377 Seemeilen lief das Schiff wieder in Hamburg ein. Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges führten weitere Fahrten in die Nord- und Ostsee und nach Übersee. Auch während des Krieges fanden, mit einigen Unterbrechungen, Ausbildungsfahrten in die Ostsee statt.
Im Oktober 1919 wurde “Prinzess Eitel Friedrich” außer Dienst gestellt und nach Bremen geschleppt. 1920 wurde sie an Frankreich als Reparation übergeben.
Hier lag das inzwischen privatisierte Schiff längere Zeit auf. 1929 wurde sie für die polnische nautische Hochschule Gdynia gekauft und auf den Namen “Dar Pomorza” umgetauft.

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Großherzog Friedrich August

  • Tonnage
    Brutto 1.700 Tonnen
    Netto 749 Tonnen
  • Länge über alles 85 Meter
  • Breite über alles 12,70 Meter
  • Tiefgang: 5,20 Meter
  • Masthöhen
    Grossmast 53 m
  • Takelung:
    Bark
    Fock- und Grossmast
    Kreuzmast Besan
  • Segelfläche: 2000 Quadratmeter
    Anzahl: 22
  • Besatzung:
    11 Offiziere, 16 Unteroffiziere, 10 Matrosen, 30 Kadetten, ca. 200 Zöglinge – je nach Ausbildungsfahrt
  • Motor: 600 PS Hilfsmotor
  • Werft: Joh. C. Tecklenburg, Geestemünde
  • Baujahr: 1914
  • Baumaterial: Stahl
  • Dienstzeit: 1914 – 1920
  • Heute: “Statsraad Lehmkuhl”, Norwegen

Text-Quellen/Recherche:  Gerhard Eckardt – Die Segelschiffe des Deutschen Schulschiff-Vereins / Hans Georg Prager – Schulschiff Deutschland

Im Oktober 1912 entschied sich der Deutsche Schulschiff-Verein ein drittes Schulschiff zu bestellen.
1913 erhielt die Tecklenborg-Werft in Geestemünde, welche bereits die “Großherzogin Elisabeth” gebaut hatte, den Auftrag zum Bau eines neuen Schiffes. Wegen der Handigkeit eine Bark mit Hilfsmotor.
Nach 10-wöchigem Streik, erfolgte am 14. Januar 1914 der verspätete Stapellauf der “Großherzog Friedrich August”.
Bremens Bürgermeister Stadtländer vollzog die Taufe und hielt die Taufrede im Geist der Wilhelminischen Epoche.
Die Übergabe erfolgte Ende April 1914.
Vom 6. Juni bis 12. Juli 2014 ging die erste Ausbildungsfahrt in die Nord- und Ostsee.
Ab dann beeinflusste der 1. Weltkrieg wesentlich den Einsatz des Schiffes. Aufenthalt und Ausbildungsfahrten fanden mit Einschränkungen in der Ostsee statt.
Am 9. Dezember 1918 verholte das Schiff mit Schlepperhilfe in den neuen Hafen von Bremerhaven und später, im März 1919 nach Elsfleth.
Nach mehreren, kurzen Ausbildungsfahrten wurde am 10. Juni 1920 die “Großherzog Friedrich August” enteignet um das Schiff der Entente zu übergeben.
Nach kurzem Aufenthalt in England verkaufte man das Schiff 1921 an die norwegische Stadt Bergen und taufte es dort auf den Namen “Statsraad Lehmkuhl”. Hier übergab man es nach kostspieligem Umbau, an die Institution “Bergens Skoleskib”.
Seitdem wurden auf dem Schiff viele norwegische Schüler zum Seemann ausgebildet. Die “Statsraad Lehmkuhl” nahm erfolgreich an vielen Regatten teil.
Ein Highlight war das Zusammentreffen mit der “Schulschiff Deutschland” zur Sail 2000 in Bremerhaven. Wo die beiden Schwesterschiffe sich erst- und einmalig gegenüberlagen.

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Schulschiff Pommern

  • Tonnage
    Brutto 1.634 Tonnen
    Netto 1274 Tonnen
  • Länge über alles 75,5 Meter
  • Breite über alles 11,50 Meter
  • Tiefgang: 6,30 Meter
  • Masthöhen
    Grossmast 50 m
  • Takelung:
    Bark
    Fock- und Grossmast
    Kreuzmast Besan
  • Segelfläche & Anzahl: keine Angaben
  • Besatzung:
    5 Offiziere, 7 Unteroffiziere, 2 Matrosen, 80 Zöglinge
  • Motor: keinen
  • Werft Neubau: Kingston-Werft, Glasgow
  • Werft Umbau: Joh. C. Tecklenburg, Geestemünde
  • Baujahr: 1893
  • Baumaterial: Stahl
  • Dienstzeit: 1928 – 1928
  • Heute: 1928 gesunken

Text-Quellen/Recherche:  Gerhard Eckardt – Die Segelschiffe des Deutschen Schulschiff-Vereins / Hans Georg Prager – Schulschiff Deutschland

Die ehemalige Bark “Elfrieda” der Hamburger Reederei Vinnen wurde 1928 vom Deutschen Schulschiffverein gekauft. Sie wurde 1893 in Glasgow von der Werft Kingston gebaut und war somit schon 35 Jahre alt. Für ihre Aufgabe als Schulschiff hat die Tecklenborg-Werft in Geestemünde die Bark entsprechend umgebaut. Sie wurde auf den Namen “Schulschiff Pommern” umgetauft und Mitte September 1928 in Dienst gestellt.
Ihre erste Fahrt startete das Schulschiff am 4. Oktober 1928 zusammen mit den beiden Schulschiffen “Großherzogin Elisabeth” und “Schulschiff Deutschland”. Danach trennten sich ihre Kurse.
Am 24. November 1928 geriet “Schulschiff Pommern” im englischen Kanal vor der Südküste Englands in einen Orkan. Wegen erheblicher Schäden nahm ein Schlepper das Schiff unter schwierigsten Bedingungen an den Haken. In der schweren See brach die Schleppverbindung. Die 79 Mann Besatzung wurden vom Hochseeschlepper “Heros” abgeborgen und “Schulschiff Pommern” musste aufgegeben werden.

Seute Deern II

  • Tonnage
    Brutto 103 Tonnen
    Netto 77 Tonnen
  • Länge über alles 27 Meter
  • Breite über alles 6 Meter
  • Tiefgang: 3,40 Meter
  • Masthöhen
    Grossmast 26 m
  • Typ: Ketsch / Schoner
  • Takelung: Gaffel-Schratsegel
  • Segelfläche: 323 Quadratmeter
    Anzahl: 10
  • Besatzung:
    1 Offizier, 2 Unteroffiziere, 4 Kadetten, Mannschaft ca 20 je nach Ausbildungsfahrt
  • Motor: 165 PS Hilfsmotor
  • Werft: Andersen, Dänemark, Svendborg, Lürssen, Bremen-Vegesack
  • Baujahr: 1939
  • Baumaterial: Holz / Eiche
  • Dienstzeit: 1964 bis 1967
  • Heute: 1928 gesunken

Text-Quellen/Recherche:  Gerhard Eckardt – Die Segelschiffe des Deutschen Schulschiff-Vereins / Hans Georg Prager – Schulschiff Deutschland

Da die “Schulschiff Deutschland” nach dem Krieg stationär als Seemannsschule genutzt wurde, zog der Vorstand des Deutschen Schulschiff-Vereins in Betracht, zusätzlich ein segelndes Schulschiff in Fahrt zu bringen.
Wegen der leichteren Handhabung sollte es ein kleineres, handiges Schiff sein. Gemeinsam mit der Stiftung “Pamir” und “Passat” kaufte man 1963 die “Noona Dan”, einen Schratsegler aus Dänemark. Das Schiff wurde 1939 auf der Andersen-Werft in Svendborg gebaut. Im Oktober 1963 wurde es nach Bremen überführt. Hier liess man es von der Lürssen-Werft in Vegesack entsprechend der eigenen Anforderungen umbauen.
Nach der erfolgreichen Probefahrt im Juli 1964 in der Nordsee, wurde das Schiff nach Travemünde verholt. Hier fanden 5-tägige Navigationslehrfahrten in der Ostsee statt. Bis 1967 nahmen 1560 Seefahrtsschüler auf 75 Reisen mit 93 Lehrern teil. Ähnliche Fahrten führten auch in die dänischen Gewässer.
Von Juni 1967 bis Dez. 1969 wurde die “Seute Deern II” vom Norddeutschen Lloyd für Ausbildungsfahrten gechartert.
Danach lag das Schiff mehr oder weniger untätig neben der “Schulschiff Deutschland”.
1973 wurde der Verein “Clipper – Deutsches Jugendwerk zur See” Träger der Ausbildungsreisen und Eigner des Seglers.